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#5 Vom Wagnis sein Glück zu suchen

Glück

Der Stern berichtet in dieser Woche Vom Wagnis, sein Glück zu suchen“ (via Blendle, kostenpflichtig): https://blendle.com/i/stern/vom-wagnis-sein-gluck-zu-suchen/bnl-stern-20160615-33723 Es geht in dem Artikel darum, sein Glück zu finden - was als moderner Wohlstandsmensch gar nicht so einfach ist. Die Zufriedenheit der Menschen hat nämlich in den letzten Jahrzehnten nicht signifikant zugenommen, trotz weniger Armut, mehr Freiheit und Freizeit, mehr Gehalt. Der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi sagt: Wir entscheiden nicht frei, wir verwirklichen uns nicht selbst. Das Streben nach Aufstieg und Reichtum sei eine genetische Reflexreaktion zur Erhaltung der Art“. Deprimierend? Oder gerade das Gegenteil, weil der Artikel auch aufzeigt, dass man sich gegen viele Widerstände - gesellschaftliche, sowie die eigene Angst - hinwegsetzen kann!

Auch Großbritannien sucht jetzt das eigene Glück. Die wollen nämlich raus aus der EU. Mit 52% und ca. 1 Million Stimmen mehr stimmten die Briten (mehr die Engländer, weniger die Schotten) beim Referendum über den Austritt aus der EU für den #Brexit. Schade, vor dem Hintergrund mit welcher Geisteshaltung Stimmung gegen die EU gemacht wurde. Schade, vor dem Hintergrund des europäischen Gedankens von Frieden, Freiheit und Freizügigkeit. Und schade vor dem Hintergrund, dass nun nationalistische Tendenzen in vielen europäischen Ländern Aufwind spüren.

Was los 80er Jahre? Justin Bieber war noch nicht geboren, aber sein Song What do you mean“ klingt im 80er Remix großartig nostalgisch. Wham-Feeling + George-Michael-Gedächnis-Frisur inkl. Saxophon-Bridge:

In den 1980er Jahren geboren, ist Beyoncé bereits jetzt eine popkulturelle Ikone. Und das nicht nur aufgrund der immensen Verkaufszahlen und des Rekord brechenden sechsten Nr. 1 Albums in Folge. Ein Longread verknüpft Beyoncés Marketing und Promotion-Kampagne zum Album Lemonade“ mit digitalen Geschäftsmodellen. Beyoncé hat es geschafft, disruptiv zu agieren und eine Strategie anzuwenden, die ihr Aufmerksamkeit über alle Plattformen hinweg garantiert. Ohne Pre-Release und Promophase im Vorfeld ihrer Veröffentlichung hat sie einen Hype generiert, der perfekt in die digitale Zeit passt. Beyoncé macht sich zunutze, wie heutzutage Information online geteilt und in Windeseile weiter verbreitet wird. Indem sie schlagartig mit ihrer Kunst da war, wurde ihr Album ein Erlebnis wie ein Live-Sportevent. Durch Sharing fand Beyoncé überall statt und jeder wollte Teil der Konversation sein. Gut orchestrierte, virale Kommunikation. http://www.fastcompany.com/3060488/most-creative-people/beyonce-inc-how-airbnb-warby-parker-and-others-are-finding-inspiration-

Fast immer gut zu lesen: Die Kolumne von Sascha Lobo bei Spiegel Online. In dieser Woche geht es um typisch deutsche Eigenschaften, wie Perfektionismus, Bodenständigkeit und Beharrlichkeit. Im Grunde gut, doch in der digitalen Transformation drohen diese Stärken sich in Schwächen zu verwandeln. Bei der Perfektion ist es das Fehlen einer Fehlerkultur. Lobo spricht die geringe Home Office Quote an und die Geringschätzung des Nichtdinglichen, also der Software. Die deutsche Innovation ist meistens keine Disruption: Auch der beste Kevlar-Carbon-Reifen bleibe ein Reifen. https://saschalobo.com/2016/06/22/der-deutsche-perfektionismus-ist-gift/

Kritisch in Bezug auf Technologie und digitale Transformation geht es hingegen im Essay von Byung-Chul Han zu: Die Totalausbeutung des Menschen“. Han beschreibt die Herrschaft des Hyperkapitalismus, die für ihn die heutige Totalkommunikation darstellt, die immer mehr mit der Totalüberwachung und Totalausbeutung zusammenfällt. Er kritisiert, dass die ökonomische Bewertung einer Person der Idee der Menschenwürde widerspricht und nimmt sich dabei auch des Werbeslogans der Schufa, Wir schaffen Vertrauen“ an: Denn Unternehmen wie die Schufa schaffen das Vertrauen gerade ab und ersetzen es durch Kontrolle. http://www.sueddeutsche.de/politik/hyperkapitalismus-und-digitalisierung-die-totalausbeutung-des-menschen-1.3035040

Werbung der Woche: Die Werbung der Woche ist gar keine Werbung, sondern Logo-Busting. Statt der bekannten Logos gibt es Kalorien. Mir gefallen Designs und Illustrationen, die die bekannte Sicht der Dinge durchbrechen und deutlich machen, wie sehr wir visuell geprägt sind. https://www.instagram.com/caloriebrands/ Calorie Brands

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